Nasenspray und Hustenmittel
Nasenspray und Hustenmittel: Wirksam, aber nicht ohne Risiko
Präparate gegen Erkältungssymptome wie Hustenmittel oder Nasensprays gehören zu den meistverkauften Produkten in Apotheken. Viele dieser Mittel wirken zuverlässig und verschaffen schnelle Linderung. Allerdings kann bei einigen von ihnen bei längerer Anwendung eine Abhängigkeit entstehen.
Ein Beispiel dafür ist der Wirkstoff Codein. Er wird in Deutschland zur Behandlung von Reizhusten bei Kindern ab zwölf Jahren und bei Erwachsenen eingesetzt. Codein hemmt den Hustenreflex und wirkt dadurch hustenstillend. Neben Hustenmitteln findet sich der Wirkstoff auch in einigen Schmerzmitteln, zum Beispiel in Kombination mit Paracetamol. Da Codein zur Gruppe der Opiate zählt, zu der auch Morphin und Methadon gehören, besteht bei längerer Einnahme ein erhöhtes Risiko für eine Abhängigkeit. Deshalb sollte Codein nur für wenige Tage und nur unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden.
Auch einige Nasensprays können abhängig machen, wenn sie über einen längeren Zeitraum hinweg verwendet werden. Das betrifft vor allem Sprays mit abschwellender Wirkung. Bei einer Erkältung schwellen die Nasenschleimhäute an und produzieren vermehrt Sekret. Wirkstoffe wie Xylometazolin oder Oxymetazolin helfen dabei, die Schleimhäute abschwellen zu lassen, sodass Betroffene wieder freier durchatmen können.
Wird das Spray jedoch länger als empfohlen angewendet, kann es zu einem sogenannten Reboundeffekt kommen. Dabei schwellen die Schleimhäute nach dem Nachlassen der Wirkung erneut und oft stärker an als zuvor. Schon nach wenigen Wochen kann sich die Nase an den Wirkstoff gewöhnen. Die Folge ist, dass die Nase dauerhaft verstopft bleibt, obwohl das Spray regelmäßig benutzt wird. Viele Menschen greifen dann noch häufiger zum Spray oder erhöhen die Dosis. Doch das verschlimmert die Beschwerden meist weiter. Die Schleimhäute können austrocknen und ihrer Abwehrfunktion gegen Erreger wie Viren und Bakterien nicht mehr nachkommen.
Um das Risiko einer Abhängigkeit zu vermeiden, sollte ein abschwellendes Nasenspray nicht länger als sieben Tage und höchstens zehn Tage hintereinander angewendet werden.